Die Institution Kirche hat unendliches Leid verursacht,
weil sie das Gegenteil von dem tat, was Christus wollte. Um sich mit
den Millionen Opfern dieser Untaten zu versöhnen, genügt es nicht, ein
allgemeines Schuldbekenntnis zu äußern, denn bisher hat Johannes Paul
II. es vermieden, sich klar auszudrücken. Er sprach lediglich von “schmerzlichen
Kapiteln der Kirchengeschichte”. Viele Kardinäle sind nach wie vor der
Auffassung, dass die Kirche als solche gar nicht sündigen könne. Doch
ohne die Reue, ohne ein klares Schuldeingeständnis und ohne eine ausdrückliche
Bitte um Vergebung an alle Seelen der Opfer und deren Angehörigen kann
keine wirkliche Bereinigung stattfinden. Hinzu käme die Wiedergutmachung
und das Nicht-mehr-Tun des Erkannten: “Gehe hin und sündige fortan nicht
mehr!” (Johannes 5, 14).
Wiedergutmachen
würde aber bedeuten, dass die Kirche einen erheblichen Teil ihres unrechtmäßig
erworbenen Vermögens (des tatsächlichen Vermögens, nicht nur die Spenden
der Gläubigen) z. B. an Menschen abgeben müsste, die heute in Not sind.
Davon ist aber bis jetzt keine Rede.